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Erbschaftsangelegenheiten

24.03.2021 - Artikel

Allgemeine Informationen

Zum Nachweis, wer Erbe geworden ist, dient der Erbschein, den das zuständige Nachlassgericht in Deutschland auf Antrag eines Erben oder mehrerer Miterben ausstellt.

Ein Tätigwerden der deutschen Botschaft Helsinki ist vor allem in den Fällen vorgesehen, in denen der oder die Verstorbene, im Deutschen Erblasser genannt, Vermögensgegenstände in der Bundesrepublik Deutschland hinterlassen hat und/oder deutscher Staatsangehöriger war.

Oftmals kann auch das finnische Nachlasszeugnis (eurooppalainen perintötodistus) in Deutschland verwendet werden.

In manchen Fällen, so zum Beispiel, wenn der Nachlass überschuldet ist, kann es ratsam sein, die Erbschaft nach dem Erblasser auszuschlagen.

Erbausschlagung

Nach deutschem Recht kann eine Erbschaft innerhalb von 6 Wochen, bei Aufenthalt außerhalb Deutschlands innerhalb von 6 Monaten, nach Kenntnis vom Erbfall durch Erklärung gegenüber dem deutschen Nachlassgericht ausgeschlagen werden.

Die Erklärung ist mindestens in öffentlich beglaubigter Form abzugeben.

Eltern, die als Sorgeberechtigte ihrer minderjährigen Kinder handeln, müssen beide die Erbschaftsausschlagung für ihr Kind erklären.

Die Ausschlagungserklärung kann auch vor dem Konsularbeamten der Botschaft Helsinki oder einem Honorarkonsul abgegeben werden. Dafür müssen Sie bzw. alle Sorgeberechtigten persönlich vorsprechen.

Bitte kontaktieren Sie die Honorarkonsuln telefonisch oder per E-Mail oder buchen Sie bei der Botschaft Helsinki einen Termin und bringen Sie Ihren gültigen Reisepass/Personalausweis, Ihre finnische Meldebescheinigung (asuinpaikkatodistus erhältlich beim DVV) und, wenn vorhanden, Schriftverkehr mit dem Nachlassgericht und/oder eine Kopie der Sterbeurkunde zu Ihrem Termin mit.

Eine Textvorlage für die Erbausschlagungserklärung finden Sie unten.

Es fällt eine Gebühr an, die sich nach dem Wert des Nachlasses richtet. Sie kann bar in Euro oder per Kreditkarte (Visa- oder Mastercard) entrichtet werden.

Erbausschlagungserklärung PDF / 286 KB

Achtung: Bei der Textvorlage handelt es sich um ein Muster, welches durch die Ausschlagenden ggf. an die konkrete Situation angepasst werden muss. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um eine unverbindliche Vorlage handelt. Bitte wenden Sie sich in Zweifelsfällen zur weiteren Beratung an einen Vertreter der rechtsberatenden Berufe oder direkt an das zuständige Nachlassgericht.

Beantragung eines Erbscheins

Um über Nachlass in Deutschland verfügen zu können, muss häufig ein von einem deutschen Nachlassgericht erteilter Erbschein vorgelegt werden. Zwecks Vorbereitung des Antrages wird um Übersendung des ausgefüllten Fragebogens gebeten, den Sie über den untenstehenden Link herunterladen können. Bitte fügen Sie dem ausgefüllten Fragebogen Kopien der zur Verfügung stehenden Personenstandsurkunden, Testamente, etc. bei. Auf der Grundlage Ihres Fragebogens wird die Botschaft einen Erbscheinantrag entwerfen und sich mit Ihnen zur Vereinbarung eines Termins für die Beurkundung des Antrags in Verbindung setzen. Die Bearbeitung dauert in der Regel mehrere Wochen. Für die Beurkundung wird eine Gebühr anfallen, die in bar oder per Kreditkarte (Visa- oder MasterCard) zu entrichten ist. Die Gebühr richtet sich nach dem Wert des Nachlasses. Nach Beurkundung muss der Antrag von Ihnen nebst beglaubigten Kopien der erforderlichen Personenstandsurkunden an das zuständige Nachlassgericht in Deutschland übersandt werden. Bitte beachten Sie, dass die Nachlassgerichte regelmäßig Übersetzungen fremdsprachiger Urkunden und Testamente verlangen, auch wenn diese für die Beurkundung in der Botschaft zunächst nicht erforderlich sind. Für die Erteilung des Erbscheins wird das Gericht ebenfalls eine Gebühr erheben.

Fragebogen zum Erbscheinantrag

Informationen zur Europäischen Erbrechtsverordnung

Seit dem 17. August 2015 ist die Europäische Erbrechtsverordnung (Verordnung EU Nr. 650/2012, EU-ErbVO) anwendbar. Diese EU-Verordnung regelt, welches Erbrecht auf einen internationalen Erbfall anzuwenden ist.

Gerichte und andere Organe der Rechtspflege in den Staaten der EU (außer Irland und Dänemark) beurteilen nach der EU-Erbrechtsverordnung, welches nationale Recht zur Anwendung kommt, wenn ein Erbfall einen Auslandsbezug hat.

Bis 17. August 2015 unterlag nach deutschem Recht (Art 25 EGBGB) die Rechtsnachfolge von Todes wegen dem Recht des Staates, dem der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes angehörte. War der Erblasser Deutscher, galt also deutsches Erbrecht. Dies ändert sich durch die EU-Erbrechtsverordnung.

Für Erbfälle seit dem 17. August 2015 unterliegt die gesamte Rechtsnachfolge von Todes wegen dem Recht des Staates, in dem der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte (Art. 21 EU-ErbVO).

Ausländische Regelungen zur gesetzlichen Erbfolge können erheblich von den deutschen erbrechtlichen Regelungen abweichen.

Weitere Informationen finden Sie hier:
Informationen zur Europäischen Erbrechtsordnung PDF / 369 KB .  

Hinweis: Wir haben die auf dieser Website enthaltenen Informationen mit größter Sorgfalt für Sie zusammengestellt. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass wir für die Richtigkeit und Aktualität keine Gewähr übernehmen können.

 


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