Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts
Deutsch-finnische Absichtserklärung zu Wasserstoff-Kooperation unterzeichnet – Botschafter: „Finnland auf dem besten Weg zur Wasserstoffgroßmacht“
„H2“, die Abkürzung für das chemische Element Wasserstoff, steht auf einem Stand während der Messe Hydrogen Dialogue 2023. Die Messe soll dem Wissensaustausch und die Vernetzung zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, rund um die Wasserstoffwirtschaft in Europa dienen. © dpa
Am Rande des Ministertreffens der Internationalen Energieagentur (IEA) am 18. Februar 2026 in Paris trafen Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, und Sari Multala, finnische Ministerin für Klima und Umwelt, zusammen, um die weitere Zusammenarbeit beider Länder zu vertiefen. Ziel der gemeinsamen Anstrengungen ist unter anderem die engere Abstimmung beim Aufbau grenzüberschreitender Wasserstoffprojekte im Rahmen des European Hydrogen Backbone, insbesondere der geplanten „Projects of Common Interest“ (PCI) der Europäischen Union im Ostseeraum, dem Baltic Sea Hydrogen Collector (BHC) und dem Nordic Baltic Hydrogen Corridor (NBHC), in enger Abstimmung mit den weiteren Ostsee-Anrainerländern Estland, Lettland, Litauen und Polen.
Das European Hydrogen Backbone ist nicht allein ein europäisches Infrastrukturprojekt mit dem Wasserstoff-Kernnetz als zentralem Element – es ist ein starkes industriepolitisches Signal für mehr Versorgungssicherheit, Resilienz und Dekarbonisierung. Deutschland und Finnland fördern den Hochlauf des europäischen Wasserstoffmarkts und leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit und Energieautarkie.
In der Kooperation liegt großes Potenzial für beide Partner. Finnland verfügt über ideale Voraussetzungen, Wasserstoff günstig und sauber zu produzieren. Zeitweise wird in Finnland mehr Strom produziert, als im Netz abgenommen wird. Aus diesem überschüssigen Strom kann Wasserstoff sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Export hergestellt werden. Deutschland ist der wichtigste europäische Markt für Wasserstoff und unterstützt den Hochlauf des europäischen Wasserstoffnetzes.
„Ein starker europäischer Wasserstoffmarkt liegt nicht nur im Interesse Finnlands und Deutschlands, sondern stärkt Europa als Ganzes“, sagt Botschafter Stephan Auer. Finnland sei mit seinem enormen Potenzial zur Erzeugung von klimaneutralem und günstigem Strom, insbesondere mittels Windenergie, auf dem besten Weg zur Wasserstoffgroßmacht.
Im Rahmen der nunmehrigen Absichtserklärung sollen relevante Akteure beider Länder, unter anderem Übertragungsnetzbetreiber, nationale Regulierungsbehörden, Finanzierungsstellen und potenzielle Wasserstoffabnehmer und -produzenten, zusammengeführt werden. In enger Zusammenarbeit mit dem finnischen H2-Cluster hat die Deutsch-Finnische Handelskammer (AHK Finnland) den Prozess der gemeinsamen Erklärung mit ihrer umfassenden Marktexpertise begleitet und fördert seit mehreren Jahren aktiv die Zusammenarbeit zwischen deutschen und finnischen Marktakteuren in der Wasserstoffwirtschaft, um die Entwicklung grenzüberschreitender Partnerschaften und Investitionen zu unterstützen.