Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Außenpolitik

13.04.2018 - Artikel

Stand: April 2018

Schwerpunkte der finnischen Außenpolitik

Schwerpunkte der finnischen Außenpolitik sind die Mitgliedschaft in der EU, welche Finnland als Sicherheitsgemeinschaft stärken möchte, das Engagement in den Vereinten Nationen und der OSZEsowie die Weiterentwicklung der Kooperation mit der NATO. Bilateral nimmt die Zusammenarbeit mit Schweden, den anderen nordischen Staaten sowie mit Deutschland, und außerhalb Europas mit den USA in der finnischen Außenpolitik einen zentralen Platz ein. Finnland hat im Mai 2017 den Vorsitz im Arktischen Rat übernommen; damit erhält die Arktis-Region derzeit noch stärkere Aufmerksamkeit. Eine weitere Konstante in der Außenpolitik sind die Beziehungen zu Russland, die aufgrund des Ukraine-Konflikts noch mehr in den Fokus gerückt sind. Grundpfeiler der finnischen Außenpolitik ist die Förderung von internationaler Stabilität, Frieden, Demokratie, Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und Gleichheit.

Politik in regionalen und internationalen Organisationen

Finnland ist 1955 den Vereinten Nationen beigetreten und beteiligt sich aktiv an deren Missionen und humanitären Einsätzen. Es tritt für eine Reform des VN-Systems ein. Finnland ist außerdem Mitglied u.a. in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), im Europarat, in der OECD, im Nordischen Rat, im Ostseerat, im Arktischen Rat und im Euro-Arktischen Barentssee-Rat (BEAC).

Europapolitik

Finnland ist seit 1995 Mitglied der EU und hat 2002 den Euro eingeführt. Der frühere Ministerpräsident Jyrki Katainen hat im Herbst 2014 das Amt des Vizepräsidenten der Europäischen Kommission für Arbeitsplätze, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit übernommen. Finnland möchte die Europäische Union als Werte- und Sicherheitsgemeinschaft stärken. Aktuelle Schwerpunkte der finnischen Europapolitik sind: die Förderung von Wettbewerbsfähigkeit, die Vertiefung des EU-Binnenmarktes, insbesondere eines digitalen Binnenmarktes, Wachstum und Beschäftigung, bessere Rechtsetzung, Stärkung der europäischen Säule sozialer Rechte sowie die Stärkung der EU als globaler Akteur, der Freihandel und die Klima- und Energiepolitik. Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU ist ein zentraler Bereich des finnischen Engagements in der EU; Finnland befürwortet daher gemeinsame Beschlüsse, wie etwa in der Russland- und Sanktionspolitik. Eine hohe regionalpolitische Bedeutung haben für Finnland die Zusammenarbeit im Ostseeraum und die Nördliche Dimension der EU. In der Flüchtlingspolitik unterstützt Finnland den Erhalt des Schengenraumes und den Schutz der Außengrenzen; es beteiligt sich europäisch-solidarisch finanziell und personell an zahlreichen Maßnahmen.

Sicherheitspolitik

Finnland beteiligt sich an friedenserhaltenden Maßnahmen der Vereinten Nationen (derzeitiger Schwerpunkt: UNIFIL) sowie an Operationen in Zusammenarbeit mit der NATO im Rahmen des Euroatlantischen Partnerschaftsrats und des Programms „Partnerschaft für den Frieden“ (Schwerpunkt: „Resolute Support“ Afghanistan). Außerdem engagiert sich Finnland im Rahmen der zivilen und militärischen Krisenvorsorge und -bewältigung der EU (u.a. durch Teilnahme an „EU-Battle Groups“ und an diversen EU-Missionen). Die Grundlinien der finnischen Sicherheitspolitik umfassen Allianzfreiheit, allgemeine Wehrpflicht, glaubwürdige und eigenständige Landesverteidigung, Engagement innerhalb der Europäischen (zivilen) Sicherheits- und Verteidigungspolitik (Stärkung der EU als Sicherheitsgemeinschaft), die Weiterentwicklung der Beziehungen mit Schweden, anderen nordischen Staaten und den USA, möglichst enge Zusammenarbeit mit der NATO und aktive Beteiligung an der internationalen Krisenbewältigung. Diese Grundlinien wurden auch im Mitte Juni 2016 vorgestellten neuen Weißbuch der Regierung zur finnischen Außen- und Sicherheitspolitik wieder aufgenommen und finden sich auch im Weißbuch der Regierung zur finnischen Verteidigungspolitik vom Februar 2017 wieder. Finnland behält sich die Option eines künftigen NATO-Beitrittsantrags offen. In seit über zehn Jahren durchgeführten Meinungsumfragen findet ein NATO-Beitritt jedoch bisher keine Zustimmung.

Hinweis: Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen