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Geburt eines Kindes

Foto eines lachenden Babys

Foto eines lachenden Babys, © www.colourbox.com

01.12.2017 - Artikel

Staatsangehörigkeit des Kindes


Die Botschaft gratuliert Ihnen zur Geburt Ihres Kindes in Finnland. Sie haben möglicherweise einige Fragen. Die nachstehenden Informationen sollen Ihnen dabei helfen, diese zu beantworten.

Als Kind mindestens eines deutschen Elternteils hat Ihr Kind durch Geburt automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit erworben. Eine Registrierung oder Bestätigung der
deutschen Staatsangehörigkeit ist grundsätzlich nicht erforderlich. Ausnahme: Für deutsche Staatsangehörige, die ab dem 01.01.2000 im Ausland geboren wurden, gilt:


Deren Kinder erwerben bei Geburt im Ausland die deutsche Staatsangehörigkeit nur dann, wenn die Eltern die Geburt ihres Kindes innerhalb dessen ersten Lebensjahres bei der Deutschen Botschaft anzeigen (siehe Punkt 4)


Besitzt ein Elternteil zudem eine andere Staatsangehörigkeit, so hat Ihr Kind eventuell zusätzlich zur deutschen auch diese Staatsangehörigkeit erworben. Bitte wenden Sie sich bei Fragen bezüglich der weiteren Staatsangehörigkeit an die zuständigen Behörden (hier in Finnland sind dies die Magistrate) oder die Botschaft des betreffenden Landes. Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht verlangt keine spätere Entscheidung zwischen beiden Staatsangehörigkeiten.


Antragstellung auf Beurkundung der Geburt in Deutschland


Bei im Ausland geborenen deutschen Kindern kann die Geburt auf Antrag in einem deutschen Geburtenregister nachbeurkundet werden. Der Antrag ist bisher nicht an eine Frist gebunden und daher jederzeit möglich. Ausnahme: Für deutsche Staatsangehörige, die ab dem 01.01.2000 bereits im Ausland geboren wurden, gilt: Deren Kinder erwerben bei Geburt im Ausland die deutsche Staatsangehörigkeit nur, wenn die Eltern die Geburt binnen eines Jahres bei der zuständigen Auslandsvertretung anzeigen und einen Antrag auf Beurkundung der Geburt in Deutschland stellen (siehe hierzu auch Punkt 1). Zuständig für die Beurkundung ist das Standesamt am aktuellen bzw. letzten deutschen Meldewohnsitz. Sofern nie ein deutscher Wohnsitz bestand, ist das Standesamt I in Berlin für die Beurkundung zuständig. Die Nachbeurkundung ist (bis auf die o.g. Ausnahme) nicht verpflichtend. Auch eine ausländische Geburtsurkunde beweist die Tatsache der Geburt. Die Nachbeurkundung wird jedoch empfohlen, wenn Sie beabsichtigen, Ihren Wohnsitz nach Deutschland zu verlegen oder bei rechtlich komplizierten Fällen (z.B. Auslandsadoptionen), um Rechtssicherheit für den deutschen Rechtsbereich zu schaffen.

Anträge auf Beurkundung der Geburt, die keine beglaubigungsbedürftige Erklärung zum Namen des Kindes enthalten (weil der Familienname des Kindes bereits feststeht), können Sie zusammen mit den erforderlichen Nachweisen direkt an das zuständige Standesamt in Deutschland übersenden. Eine Beglaubigung der Unterschrift und Weiterleitung durch die Botschaft ist nicht erforderlich. Da einige Standesämter in Deutschland jedoch auf einer Unterschriftsbeglaubigung bestehen, empfiehlt die Botschaft, diese vorsorglich einzuholen.

Für den Antrag auf Nachbeurkundung der Geburt werden von der Botschaft Gebühren erhoben. Die Gebühren sind bei Antragstellung zu entrichten. Es werden sowohl Bargeld als auch Kreditkarten (nur Visa und Mastercard) akzeptiert.


Unterschriftsbeglaubigung bei Geburtsanzeige mit
Namenserklärung
25,00€
Unterschriftsbeglaubigung bei Geburtsanzeige ohne
Namenserklärung
20,00€
Beglaubigung von Fotokopien (pro Dokument mit max. 10 Seiten)
10,00€
Anfertigung von Fotokopien (pro Seite)
0,50€


Das Antragsformular für die Beurkundung einer Geburt finden Sie ebenfalls hier.

Bitte beachten Sie, dass die Botschaft keinen Einfluss auf die Bearbeitungsdauer bei den
deutschen Standesämtern hat. Auf Wunsch stellen die Standesämter im Anschluss an die Beurkundung (gegen Gebühr) deutsche Geburtsurkunden, Abstammungsurkunden oder internationale Geburtsurkunden aus. Die Höhe der von den Standesämtern erhobenen Gebühren richtet sich nach der jeweiligen Landesverordnung und variiert zwischen 25 € und 100 €. Diese Gebühren sind nach Aufforderung direkt beim zuständigen Standesamt zu entrichten.

Nach Kenntnis der Botschaft verlangen die deutschen Standesämter in der Regel folgende Unterlagen/Nachweise im Original oder in beglaubigter Kopie (einfache Fotokopien reichen nicht aus):

  • Nachweis der Geburt des Kindes: Auszug aus dem finnischen Bevölkerungsregister „virkatodistus“ mit Angabe der Eltern des Kindes und Geburtsbescheinigung des Krankenhauses/der Hebamme „syntymätodistus“ mit Angabe zum Geburtsort.
  • Geburtsurkunden der Eltern
  • Nachweis der Staatsangehörigkeit der Eltern: Reisepässe/Personalausweise der Eltern
  • Bei verheirateten Eltern: Heiratsurkunde, aus der die Namensführung vor und nach der Eheschließung hervorgeht.
  • Bei Eltern, die zum Zeitpunkt der Geburt nicht verheiratet waren: Vaterschaftsanerkennung und wenn vorhanden Sorgerechtserklärung
  • Bei Eheauflösung außerdem: Sterbenachweis bzw. das rechtskräftige Scheidungsurteil; ist die Ehe im Ausland geschieden, ggfs. Anerkennungsbeschluss der zuständigen Landesjustizverwaltung
  • Soweit zutreffend, Unterlagen über akademische Grade der Eltern, sofern diese in der Geburtsanzeige vermerkt werden sollen.

Bitte beachten Sie, dass diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und dass das zuständige Standesamt im Einzelfall weitere Unterlagen verlangen kann.

Auf Wunsch können Sie in der Botschaft von allen Dokumenten, die nicht im Original an das deutsche Standesamt geschickt werden können (z.B. Reisepässe) Fotokopien beglaubigen lassen. Bringen Sie dazu bitte das jeweilige Original und eine Fotokopie mit.

Sämtliche Unterlagen sind dem deutschen Standesamt grundsätzlich in deutscher Sprache oder mit einer amtlich beglaubigten Übersetzung vorzulegen. Ob im Einzelfall auch englischsprachige Urkunden akzeptiert werden, sollte beim zuständigen Standesamt direkt erfragt werden. Die Geburtsbescheinigung des finnischen Krankenhauses „syntymätodistus“ und der Auszug aus dem finnischen Bevölkerungsregister „virkatodistus“ kann auf Wunsch oft auch direkt in deutscher Sprache ausgestellt werden. Sonstige fremdsprachige Unterlagen müssen durch einen vereidigten Übersetzer in die deutsche Sprache übersetzt werden. Eine Liste mit vereidigten Übersetzern finden Sie ebenfalls auf der Internetseite der Botschaft.

Bitte wenden Sie sich bei weiteren Fragen zum Verfahren, zu den genauen Gebühren des Standesamts oder zu den vorzulegenden Unterlagen direkt an das zuständige Standesamt in Deutschland.


Familienname des Kindes


Das Kind verheirateter Eltern erhält automatisch den gemeinsamen Familiennamen (Ehenamen) der Eltern als Geburtsnamen. Führen die Eltern keinen gemeinsamen Familiennamen (weil sie nicht verheiratet sind oder keinen Ehenamen gewählt haben) und stand ihnen das Sorgerecht bereits ab Geburt des Kindes gemeinsam zu, muss vor der erstmaligen Ausstellung eines deutschen Ausweispapiers zunächst mittels einer Namenserklärung ein Familienname für das Kind bestimmt werden. (Hinweis: Die Bestimmung des Familiennamens ist auch dann erforderlich, wenn die finnischen Behörden (Magistrat) bereits einen Familiennamen für das Kind registriert haben. Hatte die (unverheiratete) Mutter im Zeitpunkt der Geburt das alleinige Sorgerecht (ungeachtet eventueller später abgegebener Sorgerechtserklärungen), erhält das Kind mit Geburt automatisch den Familiennamen der Mutter. Die Mutter kann jedoch nachträglich durch eine Namenserklärung dem Kind den Namen des nicht sorgeberechtigten Vaters erteilen, wenn dieser seine Einwilligung dazu erteilt (und eine Vaterschaftsanerkennung erfolgt ist).

Das Antragsformular für eine Namenserklärung finden Sie hier. Der Antrag ist von beiden Elternteilen persönlich in der Botschaft zu unterschreiben (beglaubigungspflichtige Unterschriften). Der Antrag muss anschließend zusammen mit den antragsbegründenden Unterlagen (siehe Punkt 4 Geburtsanzeige) an das zuständige Standesamt in Deutschland geschickt werden, welches die Namensführung bestätigt. Zuständig ist das Standesamt des letzten deutschen Wohnsitzes. Sofern ein deutscher Wohnsitz nie bestand, ist das Standesamt I in Berlin für die Beurkundung zuständig.
Für die Namenserklärung werden von der Botschaft Gebühren erhoben. Die Gebühren sind bei Antragstellung zu entrichten. Es werden sowohl Bargeld als auch Kreditkarten (nur Visa, Mastercard) akzeptiert.


Unterschriftsbeglaubigung der Namenserklärung
25,00 €
Beglaubigung von Fotokopien (pro Dokument mit max. 10 Seiten)
10,00 €
Anfertigung von Fotokopien (pro Seite)
0,50 €


Das Standesamt stellt auf Wunsch eine kostenpflichtige Bescheinigung über die Namensführung aus (Kosten ca. 7 bis 10 € ).



Nicht ehelich geborene Kinder


Während bei ehelich geborenen Kindern die Eltern im Rechtssinne automatisch feststehen, ist bei außerhalb einer Ehe geborenen Kindern immer eine Vaterschaftsanerkennung und ggfs. eine Sorgerechtserklärung erforderlich. Erfolgt diese nicht, hat das Kind lediglich eine Mutter im Rechtssinne, welche auch die alleinige Inhaberin des Sorgerechts ist. Für in Finnland geborene Kinder sind sowohl für die Abgabe des Vaterschaftsanerkenntnisses als auch für die Abgabe einer Sorgerechtserklärung die finnischen Behörden (Sozialamt am Wohnsitz des Kindes) zuständig.


Vaterschaftsanerkennungen

Bei zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes miteinander verheirateten Eltern ist grundsätzlich keine Vaterschaftsanerkennung notwendig. Eine Vaterschaftsanerkennung ist in der Regel dann notwendig, wenn der Vater des Kindes in der Geburtsurkunde des Kindes noch nicht eingetragen ist. Die Anerkennung der Vaterschaft kann in Finnland vor den zuständigen finnischen Behörden, dem Sozialamt (lastenvalvoja: https://www.hel.fi/helsinki/en/socia-health/family/law/child-welfare-officers/paternity ) am Wohnsitz des Kindes, erfolgen.

Rechtsgrundlage für die Anerkennung der Vaterschaft nach finnischem Recht ist das Vaterschaftsgesetz (Isyyslaki, 1956/2015, englische Übersetzung verfügbar unter https://www.finlex.fi/en/laki/kaannokset/2015/en20150011 ). Nach finnischem Recht ist die Anerkennung eines noch nicht geborenen Kindes (nasciturus) ebenfalls seit dem 01.01.2016 möglich.

Eine nach deutschem Recht wirksame Vaterschaftsanerkennung wird auch in Finnland anerkannt. Dies gilt sowohl für eine gerichtliche Feststellung der Vaterschaft als auch für eine Anerkennung der Vaterschaft vor den deutschen Behörden. Die gerichtliche Entscheidung über die Anerkennung der Vaterschaft in Deutschland muss im Original oder in beglaubigter Form vorgelegt werden. Außerdem ist eine Übersetzung in englischer, finnischer oder schwedischer Sprache nötig. Eine Zustimmung eines finnischen Gerichts für eine deutsche Vaterschaftsanerkennung ist dann nicht mehr erforderlich. Die Beurkundung einer Vaterschaftsanerkennung ist auch nach deutschem Recht vorgeburtlich möglich.

Die Auslandsvertretung kann die Beurkundung einer Vaterschaftsanerkennung ablehnen. Es besteht keine Beurkundungspflicht durch die Auslandsvertretung. Für den Fall, dass dennoch eine Vaterschaftsanerkennung durch die Botschaft Helsinki beurkundet werden soll, wenden Sie sich bitte per Email an die Botschaft Helsinki (info@hels.diplo.de).

 



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